Die Nachkriegsjahre

Vier Jahre nach dem verheerenden Krieg fanden sich am 17.09.1949 vor­wiegend die früheren Radsportler der ersten Kunstreigenmannschaft unter der Leitung des Ehrenmitgliedes und Mitbegründer des R.C. Germania 1905, Wilh.Lehrke, in der Gastwirtschaft Ehli zusammen, um sich über die sportliche Tätigkeit des R.C. Germania für die Zukunft auszusprechen. Mit rührenden Worten gedachte unser Ehrenmitglied Wilh. Lehrke den Sportkameraden, die im Krieg ihr Leben lassen mussten und aus unserer Mitte gerissen wurden. Auch er habe zwei Söhne hergeben müssen. Die Lücken, die in der Sporttätigkeit entstanden seien, können so schnell nicht wieder geschlossen werden. Durch Erheben von den Plätzen wurde den gefallenen Sportkameraden eine Gedenkminute gewidmet.

Es handelte sich um die Kameraden:
Heinrich Sergel, Wilh. Lehrke, Walter Nause, Heinrich Ehli, Willi Kreinacke, Helmut Lehrke und Friedrich Klauenberg.

Wilh. Lehrke umriß in großen Zügen die Entwicklung des Radsportes inner­halb des Vereins.

Alle Anwesenden forderte er auf, sich wieder voll und mit ganzer Kraft dem Radsport zu widmen, damit der R.C. Germania Hahndorf eines Tages wieder die gebührende Rolle in der Sportgemeinschaft, welche früher bestand, ein­nimmt. Sportfreund Wilh.Lehrke wies darauf hin, dass zu einem leistungsstar­ken Verein auch ein starker geschäftsführender Vorstand gehöre.

Dann wurde die Vorstandswahl durchgeführt:

 1. Vorsitzender  Wilh. Wissel
 2. Vorsitzender  Otto Fricke
 Kassierer  Alwin Eggers
 Schriftführer  Willi Eggers
 Stellvertr. Schriftführer  Alfred Fricke
 Gerätewart  Theodor Diedrich
 Vereinsboten

 Wilfried Bartels
 Horst Fricke

Corsofahren beim Radfahrfest in HeereAlle Mitglieder, die dem R.C. Germania Hahndorf 1939 noch angehörten, sollen angesprochen werden, ob sie ihre Mitgliedschaft aufrecht erhalten wollen oder nicht.

Corsofahren beim Radfahrfest in BeddingenDie Mitgliedschaft bleibt bestehen, wenn ab 06. September 1949 wieder Beiträge gezahlt werden.

Am 15.10.1950 wurde ein neuer Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusam­mensetzte:

 

 1. Vorsitzender  Otto Ahrens sen.
 2. Vorsitzender  Otto Fricke
 Schriftführer  Alfred Fricke
 Kassierer  Alwin Eggers
 Gerätewart  Theodor Diedrich
 Wanderfahrwart  Hermann Sergel
 Fahrwart Ballspiel  Willi Tacke
 Vereinsboten

 Otto Techtmeyer
 Karl-Heinz Plöger

In den kommenden Jahren konnte der R.C. Germania weitere Mitglieder und vor allem Jugendliche in seine Reihen aufnehmen. 1951 wurde der Harzbezirk vom BDR wieder ins Leben gerufen, dem der R.C. Germania sofort beitrat. Von nun an liefen die sportlichen Wettbewerbe nach alter Gewohnheit. Erfreulicherweise fand der Radsport bei den Jugendlichen gro­ßes Interesse, so das 2 Übungsabende eingesetzt werden mussten.

 Reigenmannschaft  Reigenmannschaft  Reigenmannschaft

Aufgrund der starken Beteiligung musste der Verein 6 Saalräder kaufen, die von der 1. Mannschaft vorfinanziert wurden. Diese 1. Mannschaft (Hermann Bartels, Walter Bartels,Hermann Fricke, Otto Fricke,Willi Eggers,Theo Diedrich und Alwin Eggers) war im Reigenfahren über viele Jahre das Aushängeschild für den R.C. Germania. Sie begeisterten die Zuschauer bei vielen Saalrad-Sportveranstaltungen mit ihrem Steiger (Hochrad )Reigen. Das 50-jährige Jubiläumsfest fand nicht statt, dafür fand am 17. Juni 1955 eine Busfahrt an den Rhein statt, die jedem,der sie erlebt hat, in guter Erinnerung bleiben wird.

RadballerIn den fünfziger Jahren trat das Reigenfahren immer mehr in den Hintergrund und das Radballspiel in den Vordergrund. Das Wanderfahren wurde wegen der Gefährlichkeit auf den Straßen aufgegeben. Selbst Tanzvergnügen oder andere Feierlichkeiten, wie sie in den früheren Zeiten abgehalten wurden, sind selten geworden. Heute dominiert beim R.C.Germania nur noch der Radball.

Das Radballspiel wurde zu Anfang der fünfziger Jahre durch die Mannschaft Manfred Oppermann und Wilfried Bartels empor gehalten. Sie trainierten damals die Jugendspieler Herbert Oppermann und Dieter Heine. Diese bei­den konnten ihren ersten Erfolg 1957 durch die Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften im Jugendradball in Gießen verbuchen.Radballer

1958 konnten sie den Erfolg wiederholen mit der Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft der Jugend in Saarbrücken. Herbert Oppermann musste 1959 in der Herrenklasse spielen, aber sein Partner Dieter Heine konnte noch ein Jahr Jugend spielen. Er qualifizierte sich nocheinmal mit Gerd Reupke 1959 für die deutsche Meisterschaft der Jugend in Wiesbaden und sie belegten einen hervorragenden 4. Platz.

Wesentlich verstärken konnte sich der Verein 1960 durch die Mannschaft Bernd Ulner und Klaus Bartels, die vom R.V. Gut Rast Oker überwechsel­ten. Trainiert wurde auf dem Saal im Gasthaus „Zur Eiche“, der aber für Punktspiele und Turniere wesentlich zu klein war.

In diesem Jahr beteiligten sich auch zahlreiche Jugendliche am Training von denen in den Herrenklassen Rolf Näther, Rudi Knoke und Otto Ahrens weiter spielten.

In diesen Jahren musste der Verein zum Training und Punktspielen nach Dörnten in das Gasthaus „Goldener Löwe“ oder in das Dorfgemeinschafts­haus in Othfresen überwechseln.

Ein großer Erfolg war dem R.C. Germania am 13.03.1965 beschieden. An diesem Tag schaffte die Mannschaft Bartels-Ulner in Klein Winternheim den Sprung in die neu geschaffene Radball-Bundesliga. Wer denkt heute nicht noch an den großen Bundesligaspieltag am 24.04.1965 in Dörnten zurück, der vor über 300 Zuschauern abgehalten wurde. Am Start waren damals die amtierenden Radballweltmeister Gebr.Buchholz aus Lauterbach und Wenzel-Bittendorf aus Krofdorf.

 Bartels und Ulner  Ahrens und Näther  Bernd Ulner und Klaus Bartels

Ihre große Leistung krönte die Mannschaft Bartels-Ulner in diesem Jahr 1965 mit einem 4. Platz bei den deutschen Meisterschaften in Hannover.

Im Jahr 1966 gelang dem R.C. Germania am 05.Juni ein bisher einmaliger Erfolg bei den Norddeutschen Meisterschaften in Bremerhaven. Die Jugendmannschaft Ahrens – Näther wurde Nordd. Meister und qualifi­zierte sich für die deutschen Meisterschaften in Wuppertal. Die Mannschaft Oppermann – Heine wurde in der Oberliga Nordd. Meister und stieg damit als 2. Hahndorfer Mannschaft in die Bundesliga auf.

Hahndorf war damit der erste Verein in Deutschland der zwei Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse stellte.

Nach einem überaus erfolgreichen Jahr 1966 folgte 1967 ein schweres Jahr für den Verein. Beide Radballmannschaften mussten aus der Bundesliga absteigen.

FeuerwehrfestIn diesem Jahr konnte der Verein zum ersten Mal Schweizer Gäste aus Nie­derlenz bei einem Turnier in Dörnten begrüßen. 1968 verpaßte die Mann­schaft Bartels- Ulner knapp den schon sicher geglaubten Wiederaufstieg in die Bundesliga durch einen 2. Platz bei den Nordd. Meisterschaften in Berlin. Im Jahr 1969 wurde die Mannschaft Bartels-Ulner Niedersachsenmeister und in Hamburg Norddeutscher Meister. Sie gehörten damit wieder der Radball-Bundes­liga an.

Zum ersten Mal nahm in diesem Jahr eine Mann­schaft des Vereins an der Rasenradballmeisterschaft in Hannover teil. Mit Erfolg, man belegte den 3. Platz.Rasenradball

Leider schied in diesem Jahr Bernd Ulner aus beruflichen Gründen aus dem Verein aus. Trotzdem konnte durch das Einspringen von Herbert Oppermann ein 5. Platz in der Bundesliga erreicht werden.

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